Englandfahrt – im Tagebuchformat

5.5.2019 – Tag 1

Voller Vorfreude machten wir uns am frühen Sonntagmorgen gegen 3.30 Uhr auf den Weg nach England. Unsere Busfahrt erstreckte sich quer durch Deutschland, über Luxemburg nach Belgien bis nach Calais. Dort trafen wir gegen 17.30 Uhr ein. Danach ging es auf die Fähre zur Überfahrt nach Dover. Bei dem einen oder anderen Schüler merkte man dann doch den starken Seegang. Viele hatten sehr große Mühe, sich sicher auf den Füßen zu halten. Während der Fahrt konnten wir die White Cliffs bestaunen. Dieser tolle Anblick war die lange Busfahrt alleine schon wert. Die Vorfreude auf die anstehende Woche in England wurde damit weiter verstärkt.

Nachdem wir nun endlich englischen Boden unter den Füßen hatten, musste der Bus nur noch wenige Minuten zurücklegen und wir trafen auf unsere Gastfamilien. Diesen Moment sehnten wir alle dabei, da jeder sehr gespannt darauf hinfieberte. Nach kurzen Gesprächen und ersten Anekdoten über die Reise fuhren wir alle mit den Gastfamilien nach Hause.

Am Abend stand noch ein gemeinsames Abendessen mit interessanten Gesprächen auf dem Programm. Geschafft von der langen und am Ende doch anstrengenden Reise ging unser erster Tag der Englandfahrt 2019 zu Ende.


6.5.2019 – Tag 2
Am heutigen Montag standen für uns zwei große Programmpunkte auf dem Tagesplan. Zum einen der Sprachunterricht und am Nachmittag die Besichtigung der Kathedrale in Canterbury.

Am Morgen hat uns unser Busfahrer Haris an den verschiedenen Wohnorten in Folkestone eingesammelt. Hierbei haben wir uns die ein oder andere lustige Anekdote bzw. schöne Erlebnisse während des ersten Abends bei unseren Gastfamilien erzählt. Ein ganz großes Thema war auf jeden Fall die Erkenntnis, dass die Wohnverhältnisse in England im Vergleich zu unseren in Deutschland komplett unterschiedlich sind. Viele von uns haben dies in der Form ganz gewiss nicht erwartet. Die Häuser und damit einhergehend die Zimmer, sind meist viel kleiner und spartanischer ausgestattet.

Den Vormittag verbrachten die Schülerinnen und Schüler in der Innenstadt von Folkestone bei den „language lessons“. Hier wurde von einheimischen Lehrkräften Sprachunterricht erteilt. Es wurden Briefe verfasst, Dialoge geübt, Vokabeln gepaukt und deutsche Begriffe ins Englische übersetzt. Am Ende waren sich alle einig – es wer ein sehr kurzweiliger, interessanter und spaßiger Vormittag. Oder in perfektem Englisch ausgedrückt – „again what learned“.

Nach unserer wohlverdienten Mittagspause, in der wir endlich die – so heißt es – besten „Fish and Chips“ ganz Großbritanniens verzehrt hatten, machten wir uns auf den Weg nach Canterbury. Nach einem kurzen Spaziergang durch die Innenstadt besichtigten wir die sehr beeindruckende Kathedrale und erhielten von Frau Weber viele interessante und bemerkenswerte Informationen zu dieser und deren Geschichte. Im Anschluss bestand dann noch die Möglichkeit, die Stadt weiter zu erkunden – oder eben in den Primark zu gehen und übrige Pfund sinnvoll zu investieren. 🙂

Bei der Rückreise zu unseren Gastfamilien waren sich alle einig, dass auch heute wieder ein toller und erlebnisreicher Tag zu Ende geht.


„When we arrived at a language lesson in the morning, two nice teachers welcomed us. We made two groups (14 year olds and 15—18 year olds). Our group had to write an essay about how we expected our trip to England.
Afterwards we had lunch at the seasiade, ate our sandwiches from our host families or tried the famous fish and chips… we laughed and smiled altogether and it was a really nice morning!“ (Atha, 8cM)

„We did a trip to the famous cathedral in Canterburry in the afternoon. Although we were not allowed to talk, eat, drink or take pictures in the cathedral, it was a really good experience and a really nice church.
After that we visited the town of Canterburry and went shopping.
When we arrived home in the evening, everyone was exhausted and happy.“ (Niklas, 8dM)


7.5.2019 – Tag 3
Heute standen wieder zwei große Aktionen auf dem Programm: Am Vormittag ging es für die Schüler zum Dover Castle und am Nachmittag stand die mit Spannung erwartete Klippenwanderung auf dem Programm.
Nach Ankunft an der großen, beeindruckenden Burg besichtigten wir zunächst die unterirdischen Tunnel der Burg. Wir erfuhren, dass diese Tunnel während dem 2.Weltkrieg von der Bevölkerung als Bunker und auch als unterirdische Krankenhäuser genutzt wurden. Die Führung war sehr spannend, weil unser Guide uns mit Geräuschen, Anekdoten und einigen Realien begeisterte. Besonders interessant war für uns, dass die große Burg kaum von den Nazis bombardiert wurde, weil Gerüchten zu Folge Hitler die Burg nach seiner geplanten Invasion als Wohnsitz nutzen wollte.
Nach der Führung bekamen die meisten von uns die voll verdiente Lunch-Pause. Leider wurden nicht alle Schülerinnen und Schüler satt, da manche es den Möwen überlassen hatten – ob dies freiwillig geschah ist nicht überliefert.

Die Klippenwanderung durften wir bei bestem Wetter genießen. Es war ein sehr imposanter Weg entlang der White Cliffs gespickt mit vielen tollen Plätzen zum verweilen und einem atemberaubenden Panorama. Eventuell muss bei zukünftigen Englandfahrten im Vorfeld an der Kondition der Schüler gearbeitet werden 😊.
Zufrieden und glücklich kehrten wir zu unseren Gastfamilien zurück und freuten uns auf typisches englisches Essen – natürlich frittiert und mit vielen Bohnen und wenig Gemüse.

 

 

 

8.5.2019 – Tag 4

Endlich haben wir englisches Wetter. Bei traumhaftem, nasskalten Landregen und Böen machten wir uns auf den Weg nach Dover, um dort die „Dover Grammar School for Boys“ zu besuchen.
Wir wurden sehr herzlich von den beiden Lehrerinnen Kate und Cathy, sowie den Schülern in Uniform empfangen. Wir machten ein Speeddating, wurden durch die Schule geführt und besuchten verschiedene Unterrichtsstunden. Bei der Führung durch das Schulhaus wurde unseren Schülern klar, wie gut unsere Schulen doch ausgestattet sind. Vor allem die sehr beengende und kaum mit Gerätschaften ausgestattete Sporthalle hinterließ bei den Schülerinnen und Schülern großen Eindruck.

Nach einer langen Mittagspause in Folkestone, bei der alle die Möglichkeit hatten, durch die Stadt zu schlendern, zu entspannen und Kraft zu tanken, um für die anstehende sportliche Betätigung beim Bowlen fit zu sein.
Am Nachmittag fuhren wir nach Ashford zum Bowlen, hatten viel Spaß und kamen hungrig zurück zu unseren Gastfamilien. Ernüchternd für die Schülerinnen und Schüler war abermals die Tatsache, dass sie auch beim Bowling gegen die Lehrer keine Chance hatten.

Schon während der Busfahrt nach Hause, googelten wir die Sehenswürdigkeiten, welche wir morgen in London sehen werden. Gerüchten zu Folge, haben wir auch die Möglichkeit, das Neugeborene Royale Baby zu sehen (einige Schülerinnen und Schüler glauben dies wirklich 😉).


9.5.2019 – Tag 5

London’s calling!

Endlich ging es für die Jungs und Mädls in die englische Hauptstadt, worauf sich alle schon tierisch freuten. Dafür trafen wir uns alle am Bahnhof von Folkstone und nahmen heute ausnahmsweise den Zug für unseren Ausflug.
In London angekommen gingen wir an der Themse entlang und durften die Towerbridge bestaunen. Auch für Fotos war ausreichend Zeit – auch wenn uns die vielen Touristen immer wieder die Sicht versperrten. Anschließend gingen wir über die Towerbridge und verweilten eine zeitlang am Tower of London, worin die englischen Kronjuwelen sicher verwahrt werden.

Um uns die Wartezeit auf unsere Schifffahrt über die Themse zu versüßen, machten wir an diesem schönen Platz gleich unsere Lunchpause, um gestärkt die nächsten Sehenswürdigkeiten zu bestaunen.
Auf der Schifffahrt sahen wir von Schiff aus das London Eye, Big Ben, die Tower Bridge und vieles mehr, was wir aus dem Englischunterricht schon gekannt haben. Am Big Ben, der leider noch bis 2021 eingerüstet ist, stiegen wir aus dem Schiff und gingen zum London Eye. Nach einem kurzen Film durften wir mit dem größten Riesenrad Europas hoch über den Dächern Londons schweben.

Von hier aus sahen wir auch unser nächstes Ziel: Den Buckingham Palace. Gespannt, ob wir das königliche Baby sahen könnten, marschierten wir zum Palast und waren begeistert, die typischen englischen Polizisten auf ihren Pferden oder auch die roten Busse zu sehen. Das Baby sahen wir leider nicht, was uns aber nicht groß störte und wir zu unserem vorerst letzten Stop aufbrachen.

Am Trafalgar Square machten wir ein letztes Mal Halt und wir durften nochmal die Gegend erkunden, bevor wir nach einem langen Tag zurück nach Folkstone fuhren.
Dieser Tag war der krönende Abschluss einer tollen Reise, bevor es morgen wieder ab nach Hause, nach good old Bavaria, geht! In England hatten wir eine tolle Zeit mit vielen netten Menschen, tollen Erlebnissen und Eindrücken. Aber natürlich freuen wir uns alle wieder auf zu Hause!

Hiermit verabschieden wir uns aus England und danken allen Lesern für ihre Treue und Herrn Kaiser für die Organisation der Redaktion in der Heimat!

See you!