Erkundung der „Tafel Taufkirchen/Vils“

Die Ethikschüler der 7. Klassen erkundeten am 27.04. zusammen mit Herrn Kaiser die „Taufkirchener Tafel“, eine Einrichtung, die sich seit ihrer Gründung im Februar 2008 darum bemüht, besonders notleidende Bürgerinnen und Bürger aus Taufkirchen und der Region mit den nötigsten Lebensmitteln zu versorgen. Aktuell werden wöchentlich etwa 150 Personen über die Tafel versorgt, etwa die Hälfte davon sind Kinder.

Frau Schick vom Organisationsteam der Tafel gewährte den Siebtklässlern einen Einblick in die tägliche Arbeit der zur Zeit 63 Mitarbeiter dort, die nicht mit Geld, sondern mit Zufriedenheit und Freude für ihr Wirken entlohnt werden und auch dem Wissen, dass Nahrungsmittel nicht vorschnell weggeworfen werden.

Trotzdem ist ihre Arbeit mühsam. Zur körperlichen Anstrengung durch das regelmäßige Schleppen schwerer mit Nahrungsmitteln gefüllter Kisten kommt für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auch eine emotionale Belastung hinzu, da sie oftmals mit sehr schwierigen Lebensverhältnissen und -situationen ihrer Kundschaft konfrontiert werden.

Die Taufkirchener Tafel bietet ihren Kunden für einen Beitrag von 1€ Brot, Semmeln, Gemüse, Obst, Eier und (abgelaufene) Trockenprodukte an, selten auch Mehl oder Milch. Dabei können sich die Bedürftigen im Laden teilweise sogar selbst bedienen.

Um an die später angebotenen Waren zu kommen, fahren die Mitarbeiter der Tafel verschiedene Supermärkte, Bäckereien und Metzgereien ab und erhalten dort Waren, deren Mindesthaltbarkeit bald ablaufen würde. Diese Waren werden dann in die Ladenregale gestellt oder – für Kunden, die zu den Öffnungszeiten nicht kommen können – zur späteren Abholung in Plastikkisten aufbewahrt.

Frau Schick selbst arbeitet seit deren Eröffnung in der Tafel Taufkirchen. Dabei erlebte sie auch sehr schöne und kuriose Geschichten. Sehr glücklich war sie, als sie einmal einer Mutter mit fünf Kindern zur Weihnachtszeit einen gespendeten Weihnachtsbaum zukommen lassen konnte, um das Fest gebührend feiern zu können. Die Reaktion der Mutter wäre sehr bewegend gewesen, da diese nach langer und vergeblicher Suche nach einem günstigen Baum schon sehr verzweifelt gewesen sein musste.
Sehr überrascht war sie darüber, wie gut man ein Fahrrad mit Waren bepacken konnte, als ihr dies 16 Flüchtlinge demonstrierten, indem sie sämtliche Waren mit einer Paketschnur am Fahrrad befestigten.

Insgesamt war der Besuch für alle sehr gewinnbringend, denn es wurde einem deutlich vor Augen geführt, dass es trotz des großen Wohlstands in Deutschland auch Armut gibt, die einigen Menschen kräftig zusetzt. Auf der anderen Seite war es auch großartig zu sehen, dass es engagierte Bürgerinnen und Bürger gibt, die selbstlos diese Not bekämpfen und damit Gutes tun.

Vielen Dank für die Führung!

(Rudi Kaiser)